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Konzeption zur Kindertagespflege in meiner privaten Einrichtung
Diese Konzeption stellt eine schriftliche Aufstellung aller inhaltlichen Punkte dar, die für die
Eltern, für mich als Tagespflegeperson und das Pflegekind wichtig sind.
Hier soll man erkennen, wie bei mir gearbeitet wird. Dargestellt werden bei mir keine Theorien
sondern alles stammt aus meiner langjährigen Praxiserfahrung.
Teile meiner Konzeption werden sicher im Laufe der Zeit überarbeitet; es gibt immer wieder
Situationen und Neuerungen, die in die Konzeption neu aufgenommen oder verändert werden.
Im Folgenden möchte ich meine Konzeption näher vorstellen:
- Lebenssituation / Familienstruktur
- Rahmenbedingungen
- Ziele der pädagogischen Arbeit
- Gesundheits- und Ernährungsgestaltung für das Kind
- Exemplarischer Tagesablauf
- Ziele und Formen der Zusammenarbeit mit den Eltern
- Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen
Lebenssituation/Familienstruktur:
Mein Name ist Karin Bredies, ich bin 52 Jahre alt und evangelisch. Geboren wurde ich in Solingen und bin
dort auch in den Kindergarten und die Schule gegangen. Aufgewachsen bin ich in einer eher ländlichen
Umgebung mit verschiedenen Tieren. Hierzu zählten u.a. Katzen und Ponys. Mit den Kindern aus der
Nachbarschaft hatte ich intensiven Kontakt. Jede freie Minute wurde zum Spielen genutzt.
Zu meinem großen Bedauern bin ich ein Einzelkind geblieben.
Nach Abschluss der Schule begann ich eine Lehre zur Textilverkäuferin. Diese schloss ich nach 2 Jahren
erfolgreich ab.
Nach mehreren Jahren im Berufsleben lernte ich meinen Mann, Hans Bredies, kennen.
Weitere persönlichen Daten, wenn gewünscht:
Unsere Eigentumswohnung ist ca. 81 qm groß und hat ein kindgerecht eingerichtetes Kinderzimmer
(ca.13 qm). Die Spielsachen werden dem Alter der Tagespflegekinder angepasst. Ein Kinderbett und ein
Wickeltisch sind natürlich auch vorhanden.
In der Küche (ca. 7 qm) ist Platz für max. 2 Kinderhochstühle und 2 normale Stühle mit
einem Tisch. Hier werden die Mahlzeiten gemeinsam eingenommen.
Im Schlafzimmer (ca. 15 qm) steht ein Kinderreisebett.
Das Gäste-WC wird zum Händewaschen und Zähneputzen genutzt. Wenn die Kinder das
entsprechende Alter haben, wird hier auch die Sauberkeitserziehung durchgeführt.
Außerdem gehören zu unserem Haushalt noch 2 Katzen, die auf die Namen Alena und Joshua
hören. Sie sind 10 bzw. 11 Jahre alt und kindererfahren.
Mein Mann ist 56 Jahre alt und Beamter. Er ist Früh-Pensionär und zu Hause.
Betonen möchte ich noch, dass wir ein reiner Nichtraucherhaushalt sind.
Im Außenbereich neben dem Haus stehen ein Sandkasten und ein Schaukelgerüst zur Verfügung.
Zusätzlich kann auf der Wiese herumgetobt werden. Im Sommer stelle ich bei Bedarf auch ein
Schwimmbecken auf.
Wir wohnen in einer ruhigen Anliegerstraße die als Sackgasse endet. Ein großer Pferdestall mit
entsprechenden Wiesen ist in Sichtweite.
Rahmenbedingungen:
Meine Wohnung befindet sich in der Oskar-Erbslöh-Str. 26b, unweit des Jugendzentrums und der
LTV-Sportanlage.
Ich nehme maximal 2 Kinder gleichzeitig auf. Das Mindestalter sollte ungefähr 8 Monate sein. Wenn es
irgendwie machbar ist, versuche ich, 2 Kinder etwa gleichen Alters zu bekommen.
Meine Betreuungszeiten sind in der Regel montags bis freitags, von 07:00 Uhr bis 15:00 Uhr. Abweichungen
hiervon sind nach Absprache natürlich möglich.
Meine Bezahlung richtet sich an den Sätzen des Jugendamtes aus.
Bevor eine feste Betreuung vereinbart wird, ist eine 2-4 wöchige Eingewöhnung sinnvoll, damit
jeder feststellen kann, ob alles passt.
Ziele der pädagogischen Arbeit:
Wert lege ich besonders darauf, dem Kind altersgerechte Grundwerte zu vermitteln durch Förderung der
Persönlichkeit und der ganzheitlichen Entwicklung.
Um dies durchzuführen, muss auf jedes Kind speziell eingegangen werden, da die
Entwicklungsgeschwindigkeit individuell sehr unterschiedlich sein kann.
Von Januar bis Juni 2009 habe ich erfolgreich an einem Montessori-Lehrgang ( 80 Unterrichtsstunden )
teilgenommen, ein Zertifikat darüber kann ich vorlegen
.
Die hier gewonnenen Erkenntnisse lasse ich in die Erziehung meiner Tageskinder einfliessen.
Jedem Alter sind erfahrungsgemäss gewisse Kenntnisse und Fähigkeiten zuzuordnen, an denen die
Entwicklungsschritte erkannt werden können.
Im Folgenden will ich etwas näher auf diese Punkte eingehen.
Ein normaler Verlauf der Entwicklung sollte dann so aussehen:
Alter zwischen 8 und 12 Monaten:
Mit 8 Monaten sollte das Baby in seiner geistigen Entwicklung die Bedeutung von Wörtern verstehen
(z.B. "nein"), versuchen an Spielzeug zu gelangen, Interesse an Spielen zeigen.
Die Förderung kann darin bestehen, bekanntes Spielzeug gezielt ausserhalb seiner Reichweite zu
platzieren und es dann zu überreichen, wenn es danach verlangt. Dann loben.
Bewegungsspiele zeigen: "Kuckuck"-Spiel, Fallschirm-Spiel mit bunten leichten Tüchern,
Bewegungsspiele mit den Fingern.
Bei der Fortbewegung sollte ein 8 Monate altes Baby in der Lage sein, sich zu recken und zu strecken um
etwas zu greifen; den Kopf zu heben und zu drehen; sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen.
Um die Fortbewegung zu fördern, wird Spielzeug etwas ausser Reichweite platziert; Spielzeug zum
Zugreifen hingehalten; Spielzeug seitlich platziert.
Mit 10 Monaten kann das Baby sich auf dem Bauch rutschend fortbewegen; den Oberkörper aufrichten; im Sitzen nach Gegenständen greifen.
Um dies zu fördern, kann ich das Baby auffordern, zu mir zu rutschen; zum Aufrichten die Hände hinhalten; Gegenstände seitlich zum Greifen hinhalten.
Mit 10 Monaten kann das Baby normalerweise gewisse Routinen erkennen und umsetzen, in bekannten
Bilderbüchern Dinge erkennen, gezielt mit Blicken nach Spielzeug suchen.
Förderung: verschiedene Materialien anfassen und befühlen lassen (Kastanie, Blatt,
Reissäckchen); fragen, wo ein bestimmtes Teil im Bilderbuch ist; Suchen nach bekanntem Spielzeug.
Mit 12 Monaten ist das Baby in der Lage, auf allen Vieren aufrecht zu krabbeln; sich an Gegenständen hochzuziehen; mit meiner Hilfe an zwei Händen zu laufen.
Zur Förderung wird das Kind ermuntert, zu bestimmten Gegenständen zu krabbeln; Ermuntern, sich an meinem Bein hochzuziehen, um etwas zu erhalten; Hilfe zum Laufen anbieten, die immer geringer wird.
Mit 12 Monaten ist das Baby in der Regel in der Lage, kurze einfache Wörter auszusprechen, einfache
Fragen zu verstehen, Geräusche zu unterscheiden.
Die Förderung besteht z.B. darin, bei Wörtern des Babys einen kurzen Satz zu formulieren
("Auto"; ja, das Auto steht in der Garage); mit einfachen Fragen Reaktionen herauszufordern.
Wo ist der Ball? Wo ist die Katze? Usw. Dem Kind verschiedene Geräuschquellen anbieten ( Trommel,
Rassel, Xylophon).
Mit 18 Monaten kann das Kleinkind in einem Bilderbuch Dinge wiedererkennen und darauf zeigen. Zu
Kinderliedern können selbstständig einfache Handbewegungen gemacht werden. Fingerspiele werden
nachgeahmt.
Zur Vertiefung der Wahrnehmung immer wieder die bekannten Bilderbücher anschauen. Bei Kinderliedern
neue Verse hinzufügen.
Mit 24 Monaten hat das Kind schon einen umfangreichen Wortschatz. Es ist in der Lage, einfache Anweisungen
durchzuführen.
Der Wortschatz kann eingesetzt werden beim "Telefonieren" mit bekannten Personen. Das Kind kann
Dinge nach Aufforderung von hier nach da bringen.
Mit 18 Monaten ist das Kind normalerweise soweit, dass es freihändig selbstständig laufen kann.
Treppen werden mit Hilfe eines Erwachsenen erklommen. Auch das Rückwärtsgehen wird ausprobiert,
sowie das sich im Kreis drehen.
Mit spielerischem Hin- und Herziehen eines Spielzeugs wird zum Beispiel der Gleichgewichtssinn trainiert.
Im Spiel wird das Kind ermuntert rückwärts zu gehen.
Mit 24 Monaten kann das Kleinkind schnell laufen und rennen.
Es hat Spass an Tanzbewegungen bei Musik.
Zum Rennen und Laufen braucht das Kind jetzt viel Platz und Auslauf um Muskeln, Körperbeherrschung und
Gleichgewichtssinn zu stärken. Zur Musik lassen sich viele neue Körperbewegungen einüben.
Bei der Sprachentwicklung kann das Kleinkind zwischen dem 8. und 12. Monat bewusste Lall-Laute von sich
geben und dann einzelne Silben (ba, ma, da) sprechen. Mit einem Jahr können dann einfache Worte
ausgesprochen werden(mama, papa, dudu, muh, wau).
Wichtig ist in diesem Alter die deutliche Aussprache des Erwachsenen für das Verstehen des Kindes.
Auch Singen und Bilderbücher anschauen sind für die Sprachentwicklung sehr wichtig.
Zwischen dem12. und 18. Monat sollte das Kind einzelne Wörter verstehen, unterscheiden und aussprechen
können. Es entwickelt eigene, für uns unverständliche, Sätze. Es kann auch schon
Tonfallschwankungen benutzen.
Immer wieder Bilderbücher vorlesen und das Kind sagen lassen, was es gerade sieht. Neue Namen und
Begriffe immer wieder widerholen.
Bis zum 2. Lebensjahr kombiniert das Kind 2-3 Wörter zusammen zu einem einfachen Satz. Verschiedene
Wörter können dabei aber noch manchmal bruchstückhaft sein. Es versteht den Unterschied
zwischen "mein" und "dein".
Bei fehlerhaft gesprochenen Wörtern sollte das Wort aufgegriffen und mit einem kurzen Satz verbunden
richtig und deutlich ausgesprochen werden. Kurze und einfache Eigenschaftswörter (z.B. kalt, heiss,
lieb, schön, gut) sollten oft verwendet werden.
Beim Sozialverhalten sollte ein Kleinkind zwischen dem 9. und 12.Monat sich altersentsprechend
verständlich machen (Husten, Quieken, Spucken usw.) und seine körperliche Zuneigung
ausdrücken können. Die Förderung sollte darin bestehen, dem Kind möglichst viel
Zuneigung zu schenken und es mit sozialen Ritualen (Abschied u. Begrüßung) vertraut zu machen.
Zwischen dem 12. und 18. Monat mag das Kleinkind das gesellige Zusammenleben und fängt an, bei der
Hausarbeit behilflich zu sein. Das Zusammenspiel mit anderen Kindern ist noch nicht richtig vorhanden. Das
Kind sollte dann möglichst viel "mittendrin" sein und bei kleinen Aufgaben
selbstständig vorgehen. Möglichst oft mit anderen Kindern Kontakt suchen.
Bis zu einem Alter von 24 Monaten versucht das Kind auf allen möglichen Wegen Aufmerksamkeit zu
erregen. Es macht oft das, was es nicht soll. Das Zusammenspiel mit anderen Kindern wird harmonischer.
Erfolge sollten jetzt ganz besonders gelobt werden und man sollte dem Kind zeigen, wie man untereinander
teilt.
Gesundheits- und Ernährungsgestaltung
Zur Gesundheitsgestaltung gehört bei mir grundsätzlich die Frage an die Eltern, ob Erkrankungen
oder Allergien vorliegen. Welche Massnahmen sind in solchen Fällen zu ergreifen? Ich lasse mir immer
Name, Anschrift und Tel.-Nr. des behandelnden Kinderarztes geben. Sollen Medikamente gegeben werden,
brauche ich die schriftliche Genehmigung der Eltern und die geschriebene Dosierung vom Kinderarzt.
Es ist mir auch wichtig, eine Anamnese des Kinderarztes in Händen zu haben, dann kann ich einiges selber
erklären und verstehen und eventuell vorbeugen.
Zum allgemeinen Umgang mit dem Kind gehört bei mir, dass ich mit ihnen bei jeder Witterung nach
draussen gehe, um sie entsprechend anzupassen. Eine dem Wetter angemessene Kleidung ist natürlich
selbstverständlich.
Bei der Ernährung gilt auch die erste Frage nach den Unverträglichkeiten auf bestimmte
Nahrungsmittel und evtl. Allergien (das würde die Anamnese erklären). Auch gilt es zu klären, welche
Wünsche die Eltern bei der Essensgabe haben, z.B. vegetarisch, kein Schweinefleisch o.ä.
Ich selbst achte darauf, möglichst viele Produkte aus biologisch erzeugter Herkunft zu bekommen. Die
Mahlzeiten werden dann täglich altersgerecht zubereitet.
Exemplarischer Tagesablauf
Bringzeit zwischen 07:00 und 08:30 Uhr.
Hierzu gehört ein Abschiedsritual (Winken).
Frühstück zwischen 08:00 und 08:45 Uhr.
Hierzu ein Ritual: Den Tag mit einem Lied begrüßen.
Freies Spielen von 08:45 bis 09:30 Uhr.
Als Ritual wird vor dem Spielen gemeinsam ein Buch angeschaut.
Zwischen 09:30 und 10:00 wird neu gewickelt und eine Zwischenmahlzeit eingenommen (Obst oder Joghurt).
Von 10:00 bis 10:30 Uhr wird einmal pro Woche mit altersgerechten Musikinstrumenten experimentiert. Vorher
wird als Ritual von mir ein Lied angestimmt.
Ansonsten ziehen wir uns ab 10.00 Uhr gemeinsam an, um nach draussen zu gehen. Ziel und Umfang machen wir
dann vom Wetter abhängig.
Ab ca. 12:00 Uhr Windeln wechseln und gemeinsames Mittagessen. Als Ritual wird ein Essensspruch aufgesagt.
Um 12:30 Uhr werden die vorhandenen Zähne geputzt.
Ab 12:45 Uhr wird die Mittagsruhe eingeläutet. Als Ritual ein Fingerspiel oder Lied
(altersabhängig).
Um 14:50 Uhr wird geweckt, Windel gewechselt und angezogen. Hinweis darauf, dass gleich die Mama kommt.
Danach warten auf die Mütter. Ritual hierzu: Beim Klingeln gemeinsam auf den Türöffner
drücken.
Ziele und Formen der Zusammenarbeit mit den Eltern:
Das Ziel bei der Zusammenarbeit mit den Eltern ist, dass alle immer den gleichen Wissensstand haben sollen.
Das heisst, beim Bringen und Abholen werden jeweils die Neuigkeiten ausgetauscht, die sich als
erwähnenswert ergeben haben (z.B. wie die Nacht war, der Tag, Krankheitsanzeichen,
Entwicklungsänderungen).
Wichtig ist mir auch, bestimmte Rituale einzuhalten. Hier gehören insbesondere Ostern, Nikolaus und
Weihnachten dazu. Bei diesen Feiern bei mir sind dann alle zusammen und es kann sich zwanglos über
alles unterhalten werden, was die Betreuung und Förderung des Pflegekindes betrifft.
Auch gehört zu der Form der Zusammenarbeit dazu, dass bei Konflikten diese angesprochen und
möglichst gemeinsam zur Zufriedenheit aller gelöst werden.
Zusammenarbeit mit anderen Institutionen:
Grundsätzlich betreue ich nur Kinder, die beim Jugendamt angemeldet werden. Hierüber laufen auch
sämtliche Formalitäten, sodass immer eine zeitnahe Kommunikation stattfinden kann.
Desweiteren stehe ich in Kontakt mit dem Familienzentrum. Hier besuche ich auch angebotene
Weiterbildungsmassnahmen.
Einmal im Monat besuche ich eine Zusammenkunft von Tagesmüttern, die im ev. Kindergarten der Stadt
Leichlingen stattfindet.
Von unserem Jugendamt wird in Verbindung mit "Kibiz" vorgegeben, dass jede Tagesmutter
Weiterbildungsmaßnahmen pro Jahr nachweisen muss. Diese habe ich für 2009 bereits erfüllt.
Jeden Montagvormittag besuche ich mit meinen Tagespflegekindern eine Mutter-Kind-Gruppe für 1-3
jährige bei der AWO.
Mittwochvormittag gehe ich mit einem Kind zum "Pampersturnen" (Förderung der
frühkindlichen Bewegungsfreude).
Wenn die Eltern einverstanden sind, biete ich an, das Kind in eine betreute Gruppe für Kleinkinder zu
bringen. Dies macht aber erst Sinn, wenn das Kind ca. 2 Jahre alt ist. Das wäre dann ein Schritt zur
Vorstufe zum Kindergarten(Sozialisierung).
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